Baden-Württembergische Meisterschaften im Hochschuldebattieren 2007

 
Baden-Württembergische Meisterschaft 2007 in Heidelberg: Der Titel geht an München!
 
 
Debattieren geht über Studieren - das galt zumindest am 27.-28. Oktober 2007, als an Deutschlands ältester Universität der baden-württembergische Meistertitel im Hochschuldebattieren vergeben wurde.

Nachdem sich unser Team im vorherigen Jahr knapp gegen Streitkultur Tübingen e.V. durchsetzen konnte, war es 2007 an uns - dem Debating Club Heidelberg e.V. - das Anschlussturnier zu organisieren und die Fackel der freien Rede weiter zu reichen. Angetreten waren Teams von nahezu allen Baden-Württembergischen Universitäten, sowie aus München, Mainz und Sankt Gallen.
 
Debattiert wurde nach den Regeln der Offenen Parlamentarischen Debatte (OPD). In jeder Debatte präsentierte eine fiktive "Regierung" einen Antrag und rang mit der "Opposition" um die Zustimmung so genannter "Freier Redner", die sich im Laufe der Debatte zwischen Regierung und Opposition entscheiden mussten. Dabei war Allgemeinbildung gefragt, denn die Teilnehmer erfuhren die Themen der jeweiligen Debatte erst 15 Minuten vor Debattenbeginn und die Positionen wurden ausgelost. Über Sieg oder Niederlage befand ein hochrangig besetztes Jurorenteam unter der Leitung von Chefjuror Daniel Sommer anhand rednerischer wie auch inhaltlicher Kriterien.
 
In den Vorrunden ging es bei Themen wie "Brauchen wir eine kostenlose, öffentlich rechtliche Tageszeitung?", "Brauchen wir mehr Polizeibeamte mit Migrationshintergrund?"  und  "Soll das Bargeld abgeschafft werden?" zur Sache. Schließlich wurde  am Sonntag Morgen im Halbfinale die Frage erörtert: "Sollen Ratingagenturen wie Moody's oder Standard & Poor's staatlich überwacht werden?"
 
Dabei war rednerische Brillanz garantiert. Immerhin gilt Baden-Württemberg mit rhetorischen Schwergewichten wie Freiburg oder Tübingen als viert-größte Debattiernation weltweit! Um so größer war die Überraschung, als der Titel der offenen Baden-Württembergischen Meisterschaft dieses Jahr an ein bayrisches Team vergeben wurde. Florian Steininger, Dimitry Polivaev und Markus Dankerl vom Debattierclub München hatten sich durch drei Vorrunden und das Halbfinale vorgearbeitet. Im Finale zum Thema „Soll das Streikrecht im Personenverkehr eingeschränkt werden?“ siegten sie als Regierung gegen die Konkurrenz aus Stuttgart. Bester Redner des Finales wurde Philipp Stiel aus Tübingen. 
 
Das Finale mit Michel Friedman
 
 
Wortgefechte, witzige Verbalschlachten, brillante Rhetorik: Der Andrang war groß als am Sonntag, dem 28. Oktober 2007 die besten Redner im Südwesten ihr Können unter Beweis stellten. Etwa 500 Zuschauer hatten sich zum Finale der 5. Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren in der Aula 
der Neuen Universität eingefunden. In der Regierung traf der Debattierclub München mit Florian Steininger, Dimitry Polivaev und Markus Dankerl auf Andreas C. Lazar, Kathrin Reinhold und Florian Wilken vom Debattierclub Stuttgart in der Opposition. Als Freie Redner hatten sich Philipp Stiel, Jenny Peterson und  Dominic Hildebrand den Einzug in das Finale erkämpft.

Das Thema der  Finaldebatte „Soll das Streikrecht im Personenverkehr eingeschränkt werden?“ war den Rednern der Regierung und Opposition 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben worden. Die Freien Redner und Zuschauer wurden dagegen erst kurz vor Beginn der Eröffnungsrede über den Gegenstand der Finaldebatte aufgeklärt. Die Regierung startete mit dem Antrag, dass nur noch jede zweite Verbindung im Personenverkehr bestreikt werden dürfe, in die Debatte und pries diesen Vorschlag als fairen Ausgleich zwischen Tarifautonomie auf der einen und dem Bedürfnis der Bürger auf Beförderung auf der anderen Seite. "Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes" konterte die Opposition und stellte die Frage, ob dann bei Streiks in Montagewerken in Zukunft auch nur noch jede zweite Schraube angezogen werden dürfe.
 
Über das Gewinnerteam der Veranstaltung hatte eine studentische Jury unter Vorsitz von Chefjuror Daniel Sommer zu entscheiden. Den besten Redner des Finales kührte eine Ehrenjury bestehend aus Stephanie Müller (BASF), Stefan Landmann (Dresdner Bank), Daniel Grotzky (Verband der Debattierclubs an Hochschulen), Prof. Dr. Wolfgang Gast (Professor der Rechtswissenschaft an der Universität Mannheim und Schriftsteller), sowie Dr. Wilfried Mausbach (Heidelberg Center for American Studies),
 
Während sich die beiden Juries zur Beratung zurückzogen sorgte Michel Friedman für einen weiteren Höhepunkt im Programm. Der ehemalige Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses und Showmaster packte seine rhetorischen Kniffe aus und machte sich die „Streitkultur in Deutschland“ zum Thema. In seiner Rede bezeichnete er die Teilnehmer der Baden-Württembergischen Meisterschaft die studentische "Antwort auf Eva Herman".
 
Die Baden-Württembergische Meisterschaft 2007 wurde ausgerichtet von Frederic Ganner, Florian Pressler und Melanie Reisfelder. Wir gratulieren die Siegern und danken allen, die uns bei Organisation und Durchführung der Meisterschaft unterstützt haben.
 
An dieser Stelle wollen wir uns für die großartige Unterstützung dieses Turniers bei unseren Sponsoren und Unterstützern bedanken: BASF SE, Dresdner Bank, LpB Heidelberg, LBBW, HCA Heidelberg, RNV, Winzergenossenschaft Schriesheim, Melchers
 
 

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